NeuroIS als Forschungsdisziplin kennen lernen

Beschreibung

Dieser Workshop soll die Teilnehmenden mit den wichtigsten Konzepten, Methoden und Tools der Disziplin Neuro-Informationssysteme (NeuroIS) vertraut machen. Als Teilgebiet der Wirtschaftsinformatik bzw. Information Systems Research nutzt NeuroIS Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und setzt neurophysiologische Messmethoden ein, um die Entwicklung, Nutzung und Auswirkungen digitaler Technologien besser zu verstehen. Interessierte Forschende haben die Möglichkeit, sich mit den Konzepten von NeuroIS vertraut zu machen, einschließlich Wissen über die menschliche Neurophysiologie und neurowissenschaftliche Tools. Auf der Grundlage eines angemessenen Wissensniveaus können Forschende das notwendige Verständnis entwickeln, um das Potenzial der Neurowissenschaften für bestimmte Forschungsbereiche in den Disziplinen Wirtschaftsinformatik bzw. Information Systems Research, Design Science und verwandten Informatikdisziplinen zu beurteilen.

Es wird dabei auch auf die Auswahl geeigneter Methoden und Tools eingegangen. Bei der Auswahl von Messmethoden in der NeuroIS-Forschung ist es wichtig, den Forschungskontext zu berücksichtigen, da jede Methode ihre eigenen Stärken und Schwächen hat. Um ein grundlegendes Verständnis für physiologische Messungen und deren Anwendung zu schaffen, werden in diesem Workshop auch anwendungsorientierte Inhalte zu Herzrate und Herzratenvariabilität am Beispiel abgeschlossener Projekte vorgestellt, inklusive Live-Demonstrationen methodischer Ansätze zur Messung und Datenanalyse. Kardiovaskuläre Messungen sind in diesem Zusammenhang nicht zuletzt deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie im Vergleich zu Untersuchungen mit anderen Methoden der Hirnforschung wie der funktionellen Magnetresonanztomographie einfacher und kostengünstiger durchzuführen sind. Neben anderen neurophysiologischen Messungen liefern kardiovaskuläre Messungen nicht nur quantitative Informationen über Reaktionen auf verschiedene Stimuli und Situationen, sondern erlauben auch tiefe Einblicke in kognitive und emotionale Prozesse und Zustände, wie an ausgewählten Forschungsbeispielen der Wirtschaftsinformatik in diesem Workshop verdeutlicht wird.

Insgesamt behandelt dieser Workshop grundlegende Themen, einschließlich der folgenden Fragen: Warum brauchen wir NeuroIS? Wie führt man NeuroIS-Studien durch? Was macht einen guten NeuroIS-Beitrag aus? Der Workshop richtet sich eher an Personen ohne Vorkenntnisse als an fortgeschrittene Teilnehmende und basiert hauptsächlich auf dem folgenden Buch: Riedl, R. & Léger, P.-M.: Fundamentals of NeuroIS: Information Systems and the Brain. Springer, 2016.

Die Lektüre der folgenden Abhandlung über die Entwicklung des Fachgebiets ist zur Vorbereitung auf den Kurs hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich: Riedl, R.; Fischer, T.; Léger, P.-M.; Davis, F. D.: A Decade of NeuroIS Research: Progress, Challenges, and Future Directions. ACM SIGMIS Database: The DATA BASE for Advances in Information Systems, 51/3, 2020, 13-54.

Eine Anmeldung ist erforderlich und wird über Conftool möglich sein.

Zielgruppe

Der vorgeschlagene Workshop steht allen Interessierten offen, richtet sich jedoch insbesondere an jüngere Wissenschaftler (z. B. Doktoranden), die sich für das Potenzial neurowissenschaftlicher Ansätze in der Wirtschaftsinformatik interessieren. Neben diesem Fokus sind gerne auch Lehrende aus den Bereichen Informatik, Informationstechnologie und Management als auch Personen aus der Wirtschaft willkommen.

Verantwortliche Organisatoren

  • René Riedl, Digital Business Institut, Fakultät für Wirtschaft & Management, FH Oberösterreich, Campus Steyr, Österreich und Institut für Wirtschaftsinformatik – Information Engineering, Johannes Kepler University Linz, Österreich
  • Fabian J. Stangl, Digital Business Institut, Fakultät für Wirtschaft & Management, FH Oberösterreich, Campus
    Steyr, Österreich