Informationssysteme im Bevölkerungsschutz

Die Fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft mit teils rasanten Entwicklungsschritten bei einer gleichzeitig weltweit zunehmenden Zahl von Naturkatastrophen und Krisenereignissen lässt den Einsatz von Informationssystemen im Bevölkerungsschutz in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Projekte und Untersuchungen rücken. Die Themenfelder in diesem Bereich sind vielfältig und reichen von der Simulation verschiedener Lageparameter, Unterstützung bei der Lageaufklärung, neuartigen Kommunikations- und Koordinationslösungen, Entscheidungsunterstützungsverfahren und Analyseanwendungen bis zu Systemen, die die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften unterstützen oder die Sicherheit von Einsatzkräften und Bevölkerung präventiv erhöhen. Geforscht wird sowohl an Design-Science orientierten Ansätzen, wie auch behavioristischen Erkenntnissen.

Im Rahmen des Netzwerktreffens „Informationssysteme im Bevölkerungsschutz“ soll interessierten Wissenschaftlern, Anwendern und Unternehmen die Möglichkeit zum Austausch zu aktuellen Fragestellungen, Projekten und Projektideen gegeben werden. Als inhaltlicher Einstieg und Diskussionsgrundlage dienen Impulsvorträge zu verschiedenen aktuellen Forschungsvorhaben.

Bei Interesse die eigene Forschung vorzustellen, um Feedback zu erhalten oder Kooperationspartner zu gewinnen, können Ideen für Impulsvorträge (max. 15 Min.) gern bis zum 16.08. an hans.betke@wiwi.uni-halle.de gerichtet werden.

Zu den feststehenden Inhaltlichen Programmpunkten gehört ein Einblick in die Arbeiten und Ergebnisse des laufenden BMBF-Projekts KatHelfer-PRO und des Fraunhofer Zentrum SIRIOS. In KatHelfer-PRO hat sich ein breites Konsortium aus Wissenschaft, Praxis und Industrie versammelt, um nach Jahren der Forschung in diversen Vorgängerprojekten eine soziotechnische Gesamtlösung für die Koordination von Spontanhelfenden in der Lagebewältigung in die Anwendung zu bringen. Im Projekt werden eine Vielzahl von Themen bearbeitet, die unter anderem den Einsatz von Conversational Agents zur automatisierten Kommunikation mit Spontanhelfenden, Entscheidungsunterstützung bei der Einsatzvermittlung, Simulation des Verhaltens von Spontanhelfenden und das Design effizienter service-orientierter Kommunikationssysteme beinhalten. Ergebnisse zu den Arbeiten in diesen Bereichen sowie die Erkenntnisse aus der Evaluation in mehreren durchgeführten Anwenderübungen werden in dem Vortrag thematisiert.

Das Fraunhofer Zentrum SIRIOS als Kooperationsprojekt vier verschiedener Institute befasst sich mit Technologien, um dem stetigen Ziel des „vor die Lage Kommens“ im Krisenmanagement, in Bezug auf die Informationsgewinnung gerecht zu werden. Vorgestellt wird der aktuelle Stand einer komplexen Simulationsumgebung, die verschiedene kritische Infrastrukturen (KRITIS) und Einsatzkräfte in einer Lage abbilden kann und dabei auch Kaskadeneffekte durch die Einflüsse unterschiedlicher KRITIS aufeinander berücksichtigt. Dadurch können unvollständige Informationen in der Lage mittels Simulation ergänzt werden und Prognosen bei Entscheidungsunterstützung helfen, sowie Übungen zu komplexen Lagen mit realistischen Daten bereichert werden. Darüber hinaus werden neue Möglichkeiten zur Drohnenbildauswertung ebenso adressiert, wie die nutzergerechte Visualisierung der gesammelten Informationen z.B. auf speziellen digitalen Lagetischen.

Wir möchten alle Interessenten zur Diskussion ihrer aktuellen Forschung ermuntern und freuen uns über den gemeinsamen Austausch.

Eine Anmeldung ist erforderlich und diese wird über Conftool abgewickelt werden.

Zielgruppe

Wissenschaftler, Unternehmen und Anwender mit Interessen an aktueller Forschung im Bereich der Informationssysteme für den Bevölkerungsschutz.

Verantwortliche Organisatoren

  • Hans Betke, Fraunhofer FOKUS / Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Dr. Georg Koch, DRK Kreisverband Berlin Schöneberg-Wilmersdorf e.V.